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		<title>Phänomen „Fakenger“</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 13:17:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer mehr Fixies, Courier-Bags und alte italienische Stahlrahmen bevölkern die urbanen Radwege. Warum wollen so viele Radfahrer wie Fahrradboten aussehen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Phänomen „Fakenger“&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2012-03-21&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/fakenger-fixies-alleycats/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Journalismus&amp;rft.subject=Texte"></span>
<p>Für Fahrradkuriere ist die rasante Fortbewegung durch den urbanen  Raum nicht nur Beruf, sondern auch Lifestyle und kultureller Code. In  den Großstädten der USA wurden die „Messengers“ in den 1990er Jahren zu <a href="http://www.snagfilms.com/films/title/messenger">Heroen</a> des urbanen Dschungels stilisiert. Ihre radikale Fahrweise, ihr  exzentrischer Lebensstil, ihr körperlicher Einsatz im großstädtischen  Verkehrswahnsinn und ihr Hang zum Regelbruch scheinen jede Menge  Sehnsüchte der Jetztzeit zu bedienen. Denn wie wäre es sonst zu  erklären, dass immer mehr Menschen die Kultur der Kuriere kopieren?</p>
<h2>Riskante Fahrradliebe</h2>
<p>Little  ist Fahrradbote in Wien. Seine Aufträge führen ihn quer durch die  Wiener Innenstadt. Zwischen Taxis, Lastwagen und FußgängerInnen nimmt er  auf seinem Rennrad immer die direkte Strecke, denn es muss schnell  gehen. Rote Ampeln haben für ihn eher Signalwirkung, wirklich stehen  bleibt er nur, wenn er nicht anders kann. Dreispurige Fahrbahnen,  schlecht markierte Radwege, Stiegen oder Fußgängerzonen gehören zu  seinem gewohnten Terrain. Um die hundert Kilometer legt er so täglich  auf dem Rad zurück, das entspricht der Strecke von Wien &#8211; St. Pölten und  zurück. Viel körperlicher Einsatz bei relativ schlechter Bezahlung.</p>
<div id="attachment_1796" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1796" title="fahrradbote_little" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/03/fahrradbote_little-540x360.jpg" alt="„Keiner, der weiß, dass er der Schwächere ist, wird so dumm sein und sich mit einem Autofahrer anlegen. Aber irgendeinen Klopfer haben sie aber alle, das steht fest, sonst macht man das nicht.“" width="540" height="360" /><p class="wp-caption-text">„Keiner, der weiß, dass er der Schwächere ist, wird so dumm sein und sich mit einem Autofahrer anlegen. Aber irgendeinen Klopfer haben sie aber alle, das steht fest, sonst macht man das nicht.“</p></div>
<h2>Alleycats, illegale Rennen in der Nacht</h2>
<p>Um  die 150 Botinnen und Boten verdienen in Wien mit den riskanten Fahrten  durch die Stadt ihr Geld. FahrradkurierIn ist aber mehr als ein Beruf.  In den letzten Jahrzehnten hat sich eine eigene Kultur rund um die  rasanten RadfahrerInnen entwickelt, denn auch in der Freizeit sind die  Boten nur schwer von ihren Rädern zu trennen.</p>
<p><em>Das Walpurgisnacht-Alleycat im April 2011 in Wien. Video:</em> <a href="http://www.simongraf.com/2011/12/alleycat/">Simon Graf</a></p>
<p>Bei  so genannten „Alleycats“ treffen sich die Kuriere regelmäßig, um sich  bei einer Art Schnitzeljagd zu messen. Im Rahmen einer großen Party  fahren sie Rennen. In möglichst kurzer Zeit werden verschiedene  Checkpoints in der Stadt angefahren, um dort Aufgaben zu lösen, ganz wie  im Berufsalltag. Manchmal müssen U-Bahn-Fahrscheine gezwickt,  Rechenaufgaben gelöst oder irgendwo Stempel abgeholt werden. Alleycats  finden meistens in der Nacht statt, da ist weniger Verkehr, und Autos  machen sich durch Scheinwerfer bemerkbar. <em>„Da kann man sich dann  voll in jede Kreuzung reinlassen, wenn man kein Licht kommen sieht. Und  der Schnellste gewinnt, ist eh ganz klar.“</em></p>
<p>Legal sind die  Kurier-Rennen nicht, und der Regelbruch gehört auch beim Alleycat zum  guten Ton. Im Zentrum der Botenkultur steht aber das Fahrrad. Viele  Kuriere haben neben ihrem beruflichen Beförderungsmittel noch mehrere  Räder. Oft sind es Raritäten und selbstgebaute Einzelstücke. Vor allem  alte Rennradrahmen aus Stahl sind beliebt, und „Fixies“. Die „Fixed Gear  Bicycles“ sind puristische Maschinen mit maximaler Funktionalität. Sie  haben nur einen Gang und keinen Freilauf. Das heißt die Pedale sind fix  mit dem Hinterrad verbunden, und man muss permanent mittreten.  Verzichtet wird auf viel. Sogar die Bremsen sind den Botinnen und Boten  zu fehleranfällig.</p>
<h2>„Don’t call me Fixter“</h2>
<p>Der Trend rund  ums Fixie kommt aus New York. Die Mär geht so: Wegen der hohen  Diebstahlsrate in NYC würden viele Boten ihre Räder mit hinauf ins Büro  nehmen, da ist Leichtbau gefragt. Und weil der Verschleiß bei  Arbeitsgeräten hoch ist und Reparaturen nervig, würde alles abmontiert  werden, was im Weg ist. Ein weiterer Vorteil der Fixies: Ein  potentieller Dieb merkt spätestens in der nächsten Kurve, dass die  Bremsen fehlen. In einer anderen, plausibleren Erklärung folgt der Trend  zum Fixie schlichtweg der simplen Logik von Distinktion.</p>
<p><em>Massan,  einer der Popstars der Fixie-Szene auf seiner wahrscheinlich  populärsten Fahrt. Bremsen kann er genauso wenig gebrauchen wie  Stoppschilder.</em></p>
<p class="infobox">Das Fixie ist in erster  Linie „Agenturfahrrad“ und neben der sorgfältig zerzausten Frisur und  der Hornbrille auch Hipster-Accessoire. Warum sonst wäre eine gelbe (!)  1/8-Zoll-Fahrradkette Teil einer <a href="http://i.imgur.com/SdLI2.jpg">Hipster-Falle</a> in NYC.</p>
<p>Zum  Fixie-Fahren gehört einige Übung, denn wer zu treten aufhört, wird  recht unsanft von seinem Ross abgeworfen. Für den Straßenverkehr sind  solche Räder nicht zugelassen. Die Berliner Polizei wollte dem Trend mit  der schlimmsten Strafe Herr werden, die es für Selbstbau-RadlerInnen  gibt: Sie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bp_wZCQXktI">konfiszierten</a> Räder, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen.</p>
<p>Geliebt werden Fixies auch wegen der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=F0AFpq6jFok">Tricks</a>,  die man mit keinem anderen Rad machen kann, Rückwärtsfahren zum  Beispiel. Für Fixie-FahrerInnen wird die Stadt so zum großen Spielplatz,  öffentliche Plätze werden zum Trainingsparcours und urbane  Architekturen zu willkommenen Hindernissen.</p>
<h2>Rückeroberung des öffentlichen Raums</h2>
<p>Der  US-amerikanische Soziologe Jeffrey Kidder beschäftigt sich mit der  Kultur der Fahrradkuriere auf einer wissenschaftlichen Ebene. Ob bewusst  oder unbewusst, so der Wissenschaftler, die Fahrradkuriere eignen sich  spielerisch den öffentlichen Raum der Städte an und üben so Kritik an  der Verteilung und Ordnung von Raum. Städte, so der Soziologe, sind, im  abstrakten Sinn, für den kommerziellen Fluss organisiert. Und die  Fahrradkuriere haben sich dieser globalen Wirtschaft angepasst, indem  sie die Unternehmen auf einer lokalen Ebene beliefern. So sind sie Teil  des kommerziellen Flusses. Stadtplaner und Verkehrsingenieure haben  Fahrbahnen und Gehwege entworfen, die wir auf eine bestimmte Art und  Weise benützen. Und Boten würden mit diesen Regeln hantieren,  unberechenbar und nicht der geplanten Verkehrslogik folgend. Sie spielen  auf eine Art mit dem Verkehr. Statt die Regeln der Straße zu befolgen,  sehen sie den Verkehr als ein Problem, das es zu überwinden gilt, als  ein Hindernis das es zu verstehen gilt.</p>
<h2>Prototypisches Prekariat</h2>
<p>Für  den Soziologen bieten die Fahrradboten aber auch die Möglichkeit über  die gegenwärtige Erwerbsarbeit neu nachzudenken. Denn obwohl die  Bedingungen, unter denen Kuriere täglich arbeiten, oft sehr schlecht  sind, scheint der Beruf sinn- und identitätsstiftend zu sein. <em>„Fahrradkuriere  werden wie viele Niedriglohn-Arbeiter dieser Zeit ausgebeutet. Sie  verdienen pro Fahrt zwischen 40 und 60 Prozent des tatsächlichen  Gewinns, sie setzen sich großen Gefahren aus, es gibt eine sehr geringe  Arbeitsplatz-Sicherheit und nur selten Gesundheitsfürsorge. Aber ihre  Arbeit ist nicht entfremdet. Im Gegensatz zu anderen Arbeitern finden  sie wirklich Freude und Sinn in ihrem Job. Und vor allen finden sie sich  darin selbst wieder. Wir sollten darüber nachdenken, dass Arbeit beides  sein kann: Ausbeutung und Entfremdung, aber das sind nicht die gleichen  Dinge.“</em></p>
<p>Diese neue, sinnstiftende Qualität von Erwerbsarbeit  ist aber gleichzeitig eine Gefahr, so Kidder. Denn die starke  Identifikation mit ihrer Arbeit führt nicht nur zu einer Vermischung von  Arbeitszeit und Freizeit, sondern macht sie auch zur leichten Beute der  Firmenchefs. Viele würden die gefährlichsten Jobs als die besten  empfinden. <em>„Zur Reproduktion und Regeneration veranstalten sie in  ihrer Freizeit Rennen. Fahrradboten reisen um die ganze Welt, um bei  Alleycats gegeneinander anzutreten. Und sie tun dies kostenlos.“</em></p>
<p>Das  Sinnstiftende an ihrer Erwerbstätigkeit, die Risikobereitschaft, ihr  Freiheitsversprechen und ihr Drang zu kreativer Selbstverwirklichung,  all das klingt nach einem feuchten Traum des neoliberalen Managers der  Gegenwart von seinen MitarbeiterInnen der Zukunft. Eigenschaften, die zu  gesellschaftlichen Imperativen geworden sind. Und das macht die  Kurierinnen und Kuriere auch zu beliebten Figuren der Kulturindustrie.</p>
<h2>Alternative Mainstream</h2>
<p>Der  Film „Tempo“ etwa von Stefan Ruzowitzky siedelt eine jugendliche  Dreiecksbeziehung in der Kurierszene an, Werbungen greifen immer wieder  gern auf das Sujet des Fahrradboten zurück, und im Musikvideo zu „Kings  And Queens“ von „30 Seconds To Mars“ werden Kuriere und andere  RadliebhaberInnen zu rebellischen Kriegern der Großstadt stilisiert.</p>
<p><em>Nein, das ist nicht die Multitude, auch wenn es ein bisschen nach</em> <a href="http://www.criticalmass.at/">Critical Mass</a> <em>aussehen soll.</em></p>
<p>Mit  der kommerziellen Verwertung der Fahrradbotenkultur, beginnen die  Ränder der vormals abgeschlossenen Kultur der Fahrradboten zu bröckeln.  Immer mehr Menschen eignen sich die kulturellen Codes der Messenger, wie  sie im Englischen genannt werden, an. Neben dem Fixie-Boom gehören auch  Kuriertaschen und 1970-er-Jahre Cappies schon länger zum guten Ton des  modischen Großstädters der Gegenwart, Rennräder haben die Mountainbikes  längst verdrängt.</p>
<h2>Fakenger: Messenger, die nur so tun</h2>
<p class="infobox">Fakenger werden? Das geht <a href="http://velosophie.eu/files/2009/07/fixed_anleitung.jpg">so</a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bSJoD3YQenE">so</a>.</p>
<p>Fakenger  nennen die BerufsradfahrerInnen die Kopierer ihres Stils, eine Fusion  aus den beiden Begriffen „fake“ und „messenger“. Diese Entwicklung ist  auch für den Soziologen Jeffrey Kidder interessant zu beobachten: <em>„Eine  Subkultur ist nur so wertvoll, wie exklusiv sie ist. Wenn jeder in  deiner Subkultur inkludiert ist, ist es keine Subkultur mehr. Alle  Subkulturen müssen ihre Grenzen kontrollieren. ‚Fixed Gear Bikes’ wurden  immer beliebter, und so gab es eine Art Notwendigkeit, ein Anderssein  zu behaupten. Begriffe wie ‚fakenger’ oder ‚posenger’ sind für die  Kuriere als Möglichkeit aufgetaucht, um sich über andere lustig zu  machen, und um sich von ihnen zu unterscheiden.“</em></p>
<p>Obwohl der  Begriff Fakenger natürlich abwertend gemeint ist, reagieren die Kuriere  nicht überall ablehnend auf die Kopierer ihrer Kultur. Ein wenig lustig  macht man sich zwar schon über die neuen Kolleginnen und Kollegen, die  gar keine sind, insgesamt freuen sich die Kuriere in Wien aber über  jeden zusätzlichen Radfahrer auf der Straße. So wie Little: <em>„Mir  taugt das eigentlich eh, dass die Leute uns kopieren wollen. Das zeigt  ja, dass wir durchaus am Weg sind, anerkannt zu werden. Eigentlich freue  ich mich. Je mehr Radfahrer in der Stadt, umso besser. Denn die  Aufmerksamkeit der Verkehrsplaner wird so auf die Radfahrer gelenkt. Man  kann nur alle Fakengers begrüßen, Fakenger zu werden.“</em></p>
<p><em>Dieser Artikel ist am 13. März 2012 auf fm4.orf.at erschienen.<br />
</em></p>
<p><img class="size-thumbnail wp-image-13 alignright" title="FM4" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2009/02/FM4-Logo-150x150.gif" alt="" width="32" height="32" /></p>
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		<title>Kampf gegen die Hydra? Zum Meinungsstreit in Sachen Internetpiraterie</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 16:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Piraterie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ist der/die audiovisuelle UrheberIn von der illegalen Gratiskultur im Internet bedroht? Oder ist der freie und kostenlose Zugang zu künstlerischen/audiovisuellen Werken im Internet die große Chance und eine Notwendigkeit? Eine Podiumsdiskussion.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Kampf gegen die Hydra? Zum Meinungsstreit in Sachen Internetpiraterie&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2012-02-20&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/internetpiraterie-urheberrecht-acta/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Journalismus&amp;rft.subject=Texte"></span>
<p><a href="http://www.eu-xxl.at/content.asp?id=2&amp;id2=259&amp;id3=261&amp;lid=1&amp;eid=3">Der 10. EU XXL Jour Fixe </a>behandelt  den Themenkomplex rund um Urheberrechtsverletzungen und neue  Regulierungs- und Vergütungsmodelle im Zusammenhang mit dem  Online-Vertrieb audiovisueller Werke. Eine neue, gegenüber dem  Urheberrecht skeptische Netzpolitik steht der Wahrung des  urheberrechtlichen Schutzes gegenüber.</p>
<p>Die einen sehen die/den  audiovisuelle(n) UrheberIn von der illegalen Gratiskultur im Internet  bedroht, die anderen empfinden den freien und kostenlosen Zugang zu  künstlerischen/audiovisuellen Werken als große Chance und Notwendigkeit.  Welche Folgen zieht die jeweilige Anschauungsweise mit sich? Die Fälle  „kino.to&#8221; und „Megaupload&#8221; sowie die Urheber stärkende Initiative „Kunst  hat Recht.&#8221; haben eine Menge Staub aufgewirbelt und großes Medienecho  erzeugt. Nun geht es darum, die Angelegenheit konstruktiv  weiterzudiskutieren.</p>
<p>Es diskutieren:</p>
<p><strong>NAbg. Sonja Ablinger</strong>, Kultursprecherin der SPÖ, Obfrau des Kulturausschusses im Nationalrat<strong><br />
Konrad Becker</strong>, Leiter des Instituts für Neue Kulturtechnologien / tO<strong><br />
Peter Legat</strong>, Musiker (Count Basic)<strong><br />
Dr. Franz Medwenitsch</strong>, Geschäftsführer der IFPI Austria (Verband d. Österr. Musikwirtschaft)<strong><br />
Dr.  Werner Müller</strong>,  Geschäftsführer der FAMA (Fachverband der  Film- und  Musikindustrie),  Geschäftsführer des VAP (Verein für  Anti-Piraterie der  Film- und  Videobranche)<strong><br />
Moderation: </strong>Michael Schmid, Radiojournalist für Ö1, FM4</p>
<p><strong>23. Februar 2012, 18:00 &#8211; 20:00 Uhr </strong>in den Räumlichkeiten der RTR-GmbH, Mariahilfer Straße 77-79, 1060 Wien</p>
<p>Zur <a href="http://www.eu-xxl.at/content.asp?id=2&amp;id2=259&amp;id3=261&amp;lid=1&amp;eid=3">Anmeldung</a></p>
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		<title>Das Ende der radikalen Märkte</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 16:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie konnte der Neoliberalismus die aktuelle Krise so unbeschadet überstehen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Das Ende der radikalen Märkte&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2012-02-17&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/colin-crouch-das-befremdliche-ueberleben-des-neoliberalismus/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Journalismus&amp;rft.subject=Texte"></span>
<p><em>„Wenn wir die Konzerne schon nicht stoppen können, sollten wir sie wenigstens vor uns hertreiben“</em>,  rät der britische Politikwissenschaftler und Soziologe Colin Crouch und  fragt sich, wie der Neoliberalismus die aktuelle Krise so unbeschadet  überstehen konnte. Eine berechtigte Frage in einer Welt, in der es  einfacher ist, sich den Untergang der Welt vorzustellen (ein Blick ins  Kinoprogramm genügt), als das Ende des Kapitalismus  &#8211; vor allem nach  einer Reihe von gigantischen Marktversagen.<br />
Seit  der Pleite der Lehman Brothers im September 2008 ist das neoliberale  Konzept der befreiten Märkte in der Krise. Nachdem das Mantra vom Markt  und von der Privatisierung seit den siebziger Jahren in aller Munde war,  sollten nun die Regierungen eingreifen, um systemrelevante Banken zu  retten. Die Kompetenz der Wirtschaftsführer stand massiv in Frage.  Heute, nur drei Jahre später, sind die Einkommen der Manager wieder  gleich hoch wie vor dem Crash. Ein Chef eines Dax-Konzerns verdient im  Schnitt ein Festgehalt von 1,3 Millionen Euro pro Jahr, der Bonus  beträgt 2,3 Millionen. Gleichzeitig wurde die Finanzkrise zur  Staatskrise erklärt, und zur Refinanzierung der Rettungspakete werden  unter anderem staatliche Sozialleistungen gekürzt. Und trotzdem: Die  Logik des radikalen Wettbewerbs und des unternehmerischen Selbst prägt  nach wie vor unsere Mentalität.</p>
<h2>Gigantisches Marktversagen</h2>
<p>In  seinem Buch „Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus“ untersucht  Colin Crouch die Wirtschaft unserer Gegenwart. Vor allem multinationale  Konzerne, so Crouch im FM4-Interview, hätten sich in den letzten  Jahrzehnten als „dritte Kraft“ neben der Opposition von Markt und Staat  etabliert. Es tobt ein Dreikampf zwischen Markt, Staat und  Großkonzernen.</p>
<p>Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist für Crouch  ein Marktversagen gigantischen Ausmaßes. Obwohl er gleichzeitig keinen  Zweifel an den Vorzügen des Marktes lässt, der, verglichen mit dem, was  wir viele Jahre von den sozialistischen Volkswirtschaften kannten, für  die Befriedigung der Bedürfnisse der Verbraucherinnen und Verbraucher  sehr nützlich sei.</p>
<h2>Aber nur in der Theorie</h2>
<p class="infobox"><img class="size-medium wp-image-1774" title="colin crouch das befremdliche ueberleben des neoliberalismus suhrkamp" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/02/colin-crouch-das-befremdliche-ueberleben-des-neoliberalismus-suhrkamp-270x446.jpg" alt="Colin Crouch Das befremdliche Ueberleben des Neoliberalismus" width="270" height="446" /></p>
<p>Der Markt funktioniert jedoch nur unter  perfekten Bedingungen, und die gäbe es nur in der Theorie. Alle  Teilnehmer müssen ungehinderten Zugang zum Markt haben, und aus diesem  auch wieder ungehindert austreten können. Doch sind die Banken der  Gegenwart zu groß für einen Marktaustritt. Sie wurden für  „systemrelevant“ erklärt. Das verzerrt das freie Spiel der Märkte.</p>
<p>Das  zweite große Problem der neoliberalen Wirtschaftstheorie ist, so  Crouch, der Preis. Der Markt kann nur Dinge bereitstellen, die einfach  ge- und verkauft werden können. Um Dinge aber, die nicht handelbar sind,  könne sich der Markt nicht kümmern. Dabei gibt es in der Theorie für  alles einen Preis. Man könne etwa fragen: <em>„Wie viele Orangen ist ein Passagierflugzeug wert?“</em> und tatsächlich eine sehr präzise Antwort darauf geben. Wenn man aber sagt: <em>„Ihre Krebsoperation ist so und so viele Orangen wert“</em>, wären die meisten Menschen angewidert. Die eigene Gesundheit kann nicht mit dem Wert von Orangen aufgewogen werden.</p>
<p>Bereiche  wie Gesundheit, Bildung, Sozialfürsorge oder Landesverteidigung sollten  deshalb vom Prinzip des Preis-Mechanismus als Entscheidungsgrundlage  ausgeschlossen bleiben.</p>
<h2>Schmale Informationsbasis an den Börsen</h2>
<p>Auch  die Markttransparenz ist für Crouch ein rein theoretisches Konstrukt.  In der Theorie müsste jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer über alle  relevanten Informationen verfügen. Die Informationen haben aber selbst  einen Preis. Reiche stützen ihre Entscheidungen auf den Rat  professioneller Expertinnen und Experten und können so ihr Einkommen  schneller steigern als Kleinanleger. Auch der Aktienpreis, der seit den  1970er Jahren als vollkommen effizientes Informationsinstrument gilt,  ist für Crouch nur eine „sehr schmale Informationsbasis“. Er sei in  hohem Maße von Annahmen und Spekulationen beeinflusst. Dazu kommt, dass  die Geschwindigkeit, mit der an den Börsen gehandelt wird, rasant  angestiegen ist.</p>
<p>Eines der schlimmsten Beispiele dafür waren die  Finanzmärkte der letzten Jahre, wo Menschen mit Kapitalanlagen  handelten, von deren Wert sie keine Ahnung hatten. <em>„Sie hatten es so  eilig, sie weiterzuverkaufen und schnelle Profite zu machen, dass es  sie gar nicht kümmerte, was sie eigentlich besaßen. Das war das große  Informationsversagen von Leuten, die darin absolute Experten sein  sollten. Das hat uns direkt in die Krise geführt“</em>, so der Politologe.</p>
<h2>Von der Finanzkrise zur Staatskrise</h2>
<p>Die  Verantwortung für die gegenwärtige Wirtschaftskrise liegt aktuell bei  den Nationalstaaten. Nach dem Crash von 2008 wurden die großen Banken  von den Staaten finanziell gerettet oder gar verstaatlicht. Für Crouch  ist dies nicht nur ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft einen  wachsenden Einfluss auf die Politik ausübt, sondern auch eine  konsequente historische Entwicklung.</p>
<p>Die Deregulierungs-Programme  der letzten Jahrzehnte lösten das „sozialdemokratische  Wirtschaftsmodell“, wie er es nennt, langsam ab. Seine These dazu  umfasst zwei Aspekte: Wir hätten den Staat vermutlich überlastet und ihm  mehr zu tun gegeben, als er bei der bei der Bewältigung komplexer  Probleme im Stande war zu tun. Der zweite Aspekt, und das ist ein völlig  anderes Argument: <q>„Der Staat ist gar nicht inkompetent geworden,  aber bestimmte Unternehmen, die die Geschäfte des Staates für ihre  eignen Profite nutzen wollten, starteten Kampagnen gegen den Staat.  Eisenbahnen zum Beispiel, Schulen oder Altersheime sollten von privaten  Unternehmen geführt werden, weil sie effizienter wären. Also eine Art  Irreführung oder Aushöhlung des Staates“</q>, so Crouch.</p>
<p>Dazu  kommt, dass vom Neoliberalismus beeinflusste Regierungen immer mehr  versuchen, klassische staatliche Aufgaben nach dem Vorbild  privatwirtschaftlicher Unternehmen zu organisieren, oder sie sogar an  den privaten Sektor auszulagern. Dies würde zu einer starken  Verflechtung von Politik und Großkonzernen beitragen. Ein Beispiel dafür  ist die Rolle von Großkonzernen in der US-amerikanischen Regierung.</p>
<p><q>„Der  gesamte Prozess der Deregulierung des Finanzsystems wurde von Menschen  in führenden Investmentbanken geleitet, insbesondere von Goldman Sachs.  Sie entwickelten ein Deregulierungsprogramm, das den Unternehmen passte.  Und die Regierung setzte es um. Ich denke, es ist die große Bestürzung  und Enttäuschung der letzten Jahre, dass die gleichen Menschen von  Barack Obama in Toppositionen ernannt wurden. Wir dachten alle, Obama  wäre der Mann, der sich gegen diese Macht der Investmentbanken stellen  wird, aber er wird von ihnen umgeben. Und sie schreiben seine  politischen Agenden.“</q></p>
<h2>Das Zeitalter der Postdemokratie</h2>
<p>Diese Beobachtungen fasste Colin Crouch 2004 unter dem Begriff <em>Postdemokratie</em> zusammen. Die Vorsilbe <em>post</em> deutet auf eine vergangene Ära hin. Wir würden also schon in einem  Zeitalter nach der Demokratie leben. Postdemokratie, so Crouch, zeichnet  sich durch eine Gesellschaft aus, in der zwar nach wie vor Wahlen  abgehalten werden; die öffentliche Debatte kontrollieren allerdings  konkurrierende Teams professioneller PR-Experten. Wahlkämpfe wären zu  einem reinen Spektakel verkommen, die diskutierten Probleme nur  konstruiert. Privilegierte Eliten, wie „bestimmte Unternehmer“ haben  durch Lobbyismus einen wesentlich größeren Einfluss auf die Regierungen  als andere Interessensgruppen, so seine These.</p>
<p>Die politische  Ordnung wurde von der ökonomischen Elite der Gegenwart gekapert. Die  Wirtschaftseliten bemächtigten sich des Staates und privatisieren die  Politik zu ihrem eigenen Interesse. Vieles deutet für den Politologen  darauf hin, dass das Ausmaß in dem heute organisierte ökonomische  Interessen Einfluss auf die Politik gewinnen noch niemals so groß war in  der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Es hat den Anschein, als ob wir es  mit einer Abdankung des Politischen zu Gunsten des Ökonomischen zu tun  haben.</p>
<h2>Regime Shopping</h2>
<p>Im Unterschied zur Politik, die in  erster Linie nationalstaatlich organisiert ist, agieren die Großkonzerne  international. Sie haben die Möglichkeit, gezielt in Ländern zu  investieren, deren Gesetze dem Unternehmen günstig erscheinen. Der  Einfluss von nationalen Regierungen auf die globale Wirtschaft ist  dadurch relativ klein. Auf kurze Sicht würden die großen Unternehmen der  Industrieländer in „billigere“ Länder abwandern. Das Ergebnis auf  längere Sicht ist eine Anpassung der Sozialleistungen an die Interessen  der Industrie, ein „Wettlauf in Sozialabbau“ oder <em>Regime Shopping</em>, so Crouchs Diagnose.</p>
<p>Große Konzerne suchen sich dabei die Investitionen in fremden Ländern nach ihren eigenen Bedingungen aus. Sie sagen, so Crouch: <em>„Wir  werden in jenes Land gehen, das das niedrigste Niveau an  Arbeitsmarktregulierung hat. Wir werden in einem Land investieren, das  uns erlaubt, die Umwelt zu schädigen.“</em> Damit üben sie Druck auf die Regierungen aus. Sie fragen: <em>„Wollen Sie, dass wir ein neues Werk in Ihrem Land bauen? Nun, in diesem Fall, gibt es bestimmte Bedingungen, die wir haben.“</em></p>
<h2>Der Lobbyist im Plenarsaal</h2>
<p>Möglich  wurde Regime-Shopping erst durch vermehrtes Lobbying in den letzten  Jahrzehnten. Der Begriff der Lobby hatte ursprünglich eine  architektonische Bedeutung. Im Parlament ist die Lobby der Vorraum oder  die Empfangshalle, ein Ort außerhalb des Plenarsaals. Der Zutritt zum  Plenarsaal, wo die politischen Debatten geführt werden, ist nicht  möglich. Lobbying bietet insofern die Möglichkeit, die politischen  Akteure zu beeinflussen, ohne die Entscheidung selbst beeinflussen zu  können. Eigentlich ein wirksames Instrument demokratischer Meinungsmache  für Unternehmen, Gewerkschaften, Umweltverbände und andere  Interessensgruppen, wie Crouch meint. Der Begriff der Lobby hat sich  aber grundlegend verändert.</p>
<p>Die Vorstellung eines armen Bürgers,  der vor dem Plenarsaal sitzt, in der Hoffnung einen Parlamentarier am  Weg in den Sitzungssaal sein Leid klagen zu können, würde nicht mehr der  Realität entsprechen. Vielmehr würden etwa in den USA längst finanziell  potente Akteure um die Möglichkeit buhlen, Kongressabgeordneten ihren  Vorwahlkampf zu finanzieren – unter bestimmten inhaltlichen  Voraussetzungen natürlich.</p>
<p><q>„Wenn wir uns die Art und Weise  ansehen, wie Investment-Banken und andere Unternehmen es geschafft  haben, direkt in den Entscheidungsprozess zu kommen, ihre Leute  tatsächlich in die Arena der politischen Entscheidungen zu hieven, dann  geht dies über Lobbying hinaus. Diese Firmen sitzen nicht draußen, sie  sind längst innerhalb des Plenarsaals“</q>, so Colin Crouch im FM4-Interview.</p>
<h2>Corporate Social Responsibility als Ausweg?</h2>
<p>Bei  der Suche nach Auswegen aus zunehmend undemokratischen Verhältnissen  und einem neoliberalen Wettlauf im Sozialabbau, wie Colin Crouch sie  skizziert, setzt er interessanterweise auf eine Strategie, die aus den  Unternehmen selbst kommt. <em>Corporate Social Responsibility</em>, was  mit „unternehmerischer Selbstverantwortung“ übersetzt werden könnte, ist  ein Konzept, das seit den 1950er Jahre existiert, aber vor allem in  letzter Zeit immer wichtiger wurde. Es bezeichnet den freiwilligen  Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die  gesetzlichen Forderungen hinausgeht. Ökologische Aspekte können hier  relevant sein genauso wie die Arbeitsverhältnisse von Angestellten. Mit  dem Konzept <em>Corporate Social Responsibility</em> versuchen  Unternehmen ihre langfristigen Interessen zu sichern. Dafür nehmen sie  auch kurzfristige Kosten in Kauf, etwa für die Verringerung der  Umweltschädlichkeit.</p>
<p>Für Crouch eine zweideutige Entwicklung: <q>„Dagegen  spricht, dass die unternehmerische Selbstverantwortung nicht Gegenstand  einer Prüfung oder einer externen Debatte ist. Sie wird im Geheimen  formuliert und ist oft Teil der Werbung. Man ist misstrauisch. Auch,  weil die Firmen ihre Themen selbst wählen können. Eine Lebensmittelfirma  könnte etwa propagieren, dass sie ihre Thunfische fängt, ohne dass  dabei Delphine dabei zu Schaden kommen. Gleichzeitig könnte sie aber  birmanische Sklaven auf ihren Fischerbooten beschäftigen. Deshalb ist  man kritisch eingestellt und sieht darin ein begrenztes Konzept. Und in  gewisser Weise ist es Teil auch der wachsenden Macht der Konzerne.“</q></p>
<p>Andererseits,  so Crouch, eröffnet die Corporate Social Responsibility ein komplett  neues Feld von sozialem und politischem Aktivismus. Die Konsumenten und  Konsumentinnen können durch ihre Kaufentscheidungen ihre  Wertvorstellungen zum Ausdruck bringen. <em>Nachhaltiger Konsum</em> lautet das passende Stichwort dazu. Gleichzeitig gibt man mit seinem  Konsumverhalten ein politisches Statement ab, indem man etwa nur  Markenartikel kauft, die sich ihrer Umweltfreundlichkeit oder „fair  gehandelter Produktion“ rühmen. <em>Corporate Social Responsibility</em> wird dann nicht mehr vom Unternehmen allein bestimmt, sondern auch von Bürgerinnen und Bürgern.</p>
<p>Bürgerinitiativen  bekommen mit diesem Konzept die Möglichkeit, Großkonzerne zum Einlenken  zu bewegen. Öffentliche Kampagnen, die Missstände in der Wirtschaft  aufzeigen, setzen die Unternehmen unter Druck. Die Zivilgesellschaft hat  damit ein mächtiges Instrument zur Verfügung, so Crouch.</p>
<h2>Die Zivilgesellschaft als Korrektiv?</h2>
<p>Die  Schlagkraft der zivilgesellschaftlichen Kampagnen liegt in ihrer  Internationalität. Und so könne aus der Debatte rund um unternehmerische  Selbstverantwortung eine international politische Arena werden. Da der  Staat viel zu eng verstrickt mit den multinationalen Konzernen dieser  Welt ist, sei ihm seine Funktion als wirtschaftliches Korrektiv  abhandengekommen. Und diese Leere wird bis zu einem gewissen Grad von  der Zivilgesellschaft ausgefüllt. Bürgerinitiativen, NGOs,  Umweltorganisationen und Menschenrechtsgruppierungen wären das <em>neue</em> ökonomische Korrektiv. Sie stellen sich der Macht der Großkonzerne  entgegen und machen ihre Verstöße gegen soziale oder ökologische  Grundsätze öffentlich.</p>
<p>Die politische Last, die man dadurch der  Zivilgesellschaft auflädt, ist groß. Aber trotzdem: In den Augen von  Colin Crouch ist die Zivilgesellschaft die Wegbereiterin für eine neue,  global agierende Politik. Sie arbeitet einerseits für ihre eigenen  Anliegen und feiert dabei große Erfolge, anderseits ebnet sie den Weg  für eine Ausweitung der traditionellen politischen Agenda.</p>
<p><em>Dieser Text ist am 15. Februar 2011 auf <a href="http://fm4.orf.at/stories/1694265/">fm4.orf.at</a> erschienen.</em></p>
<p><img class="size-thumbnail wp-image-13 alignright" title="FM4" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2009/02/FM4-Logo-150x150.gif" alt="" width="32" height="32" /></p>
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		<title>Mike Kelley ist tot</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Kelley]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Spezialist für das Unbewusste und Arbeiter an der Schnittstelle zwischen Pop und Kunst starb im Alter von 57 Jahren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Mike Kelley ist tot&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2012-02-04&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/mike-kelley-ist-tot/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Journalismus"></span>
<p>Vier riesige Hüpfburgen für Kinder, wie man sie vom Volksfest kennt, standen 2009 im Zentrum des <a href="http://www.museum-joanneum.at/de/kunsthaus/ausstellungen_3/schere_stein_papier">Kunsthaus Graz</a>. Über das ganze Stockwerk hinweg dröhnte der grässliche Lärm von Industriegebläsen, die die Plastikschlösser und Riesenpilze in Form hielten, vermischt mit fragmentarischen Gitarrensounds. Der Raum abgedunkelt, es roch nach PVC. Aus dem Inneren des grotesken Rummelplatzes blitzte grelles Stroboskoplicht, von Außen waren extrem zerhackte Projektionen auf die Burgen geworfen. Menschen als Clowns oder Spielkarten verkleidet wechselten sich mit Porno-Schrott ab. In einer höchst zugespitzten Weise wurden die grotesken Formen und Narrationen, in denen sich Kinder normalerweise austoben, mit absurden Formen des Austobens für Erwachsene kombiniert.</p>
<div id="attachment_43" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-43" title="Mike_Kelley_Sex_Drugs_and_Rock_n_Roll_Party_Palace" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2010/02/Mike_Kelley_Sex_Drugs_and_Rock_n_Roll_Party_Palace-540x364.jpg" alt="(c) Kunsthaus Graz" width="540" height="364" /><p class="wp-caption-text">Mike Kelleys Arbeit „Sex, Drugs And Rock &#39;n&#39; Roll Party Palace“, eine Karikatur dessen, was man Spaßgesellschaft nennen könnte, war wahrscheinlich eine seiner letzten großen Arbeiten, die in Österreich zu sehen war.</p></div>
<h2>Kunst, maßgeblich von Popmusik beeinflusst</h2>
<div id="attachment_1760" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><img class="size-medium wp-image-1760" title="sonic youth album cover dirty mike kelley" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/02/sonic-youth-album-cover-dirty-mike-kelley-270x270.jpg" alt="" width="270" height="270" /><p class="wp-caption-text">Mike Kelley stellt für Sonic Youth eines seiner abgelutschten Stofftiere zur Verfügung. „Dirty“</p></div>
<p>Mit den Jumpies, wie Mike Kelley seine Hüpfburgen nannte, trat der Detroiter Künstler aber nicht nur gegen den allgegenwärtigen Imperativ an, so viel Spaß wie möglich zu haben, sondern formuliert gleichzeitig eine Totalabsage an jegliche romantische Vorstellung von Rock &#8216;n&#8217; Roll als avantgardistische, revolutionäre Bewegung. Dabei zählte gerade er als Ex-Mitglied bei Destroy All Monsters genau zu jenen, die diese revolutionäre Haltung einer Rock &#8216;n&#8217; Roll Avantgarde im Punk und Noise-Rock Anfang der 1970er Jahre vorangetrieben hatten. Irgendwo muss aber der Glaube an die Tugenden des Rock &#8216;n&#8217; Roll verloren gegangen sein.</p>
<p>Der Detroiter Künstler gehörte zur zweiten Generation, wie Diedrich Diederichsen sie nennen würde &#8211; einer zweiten Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die in ihrer Entwicklung maßgeblich von Popmusik beeinflusst wurden.</p>
<p>Spätestens seit dem Boom des Sonischen in der Bildenden Kunst mit unzähligen Ausstellungen (<a href="http://www.arte.tv/de/2494374,CmC=2494376.html">Sonic Youth etc. : Sensational Fix</a>, Kunsthalle Düsseldorf; <a href="http://www.kunsthallewien.at/cgi-bin/event/event.pl?id=49&amp;lang=de">Crossings</a> Kunsthalle Wien; <a href="http://www.lentos.at/de/747_1769.asp">See This Sound</a> Lentos, Linz etc.) gehörte das „Crossing“ zwischen Kunst und Pop zum Alltag künstlerischer Produktion, und die „Subkultur“ war im Zentrum der Gesellschaft angekommen. Bei Mike Kelley war diese Vermischung zwischen Kunst und Pop weniger Konzept als eine logische Entwicklung und Teil seiner Biografie: mit seiner Pre-Punk Band „Destroy All Monsters“ und dem Soundart-Projekt „The Poetics“ (mit Tony Oursler) oder in den 1970ern mit Kollaboration mit Sonic Youth, Raymond Pettibon, Scanner, Paul McCarthy u.a. in den 1980er und 1990er Jahren bis hin zu seinem audio-visuellen opus magnum &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Q72pgtP2tww">Day is done</a>.&#8221;</p>
<h2>Das Unbewusste und das Lachen</h2>
<p>Bekannt wurde Kelley allerdings weniger als Musiker. Die bildende Kunst war die richtige Plattform für ihn. Dort verschnitt er US-amerikanische Fernseh- und Comicserien mit Rockmusik, botanischen Phänomenen, Vampiren und Hochschulritualen. Mal philosophisch, mal populärwissenschaftlich, mal kunsttheoretisch, mal vom musikalischen Underground inspiriert, wühlte Mike Kelley im Bewussten und Unbewussten der amerikanischen Gesellschaft. In seinen Ausstellungen spürte man, dass Kelley die dunklen Seiten und Perversionen einer vermeintlich ordentlich-braven Welt – das Unheimliche im Biederen – offenlegte. Mit unzähligen Codebrüchen und Störungen des Verhältnisses von Form und Inhalt verband Kelley sonst Getrenntes, behauptete eine Zusammengehörigkeit von Kindlichem und Aggressivem, von sexueller Gewalt und Religion. Aber mit Humor, und so merkte man, dass Kelley, anders als etwa sein Kollege <a href="http://www.secession.at/art/1998_kelley-mccarthy_d.html">Paul McCarthy</a>, den Obsessionen, die er zum Thema machte, nicht selbst erlag. Menschen, die ins Museum gehen, weil sie „durch die Fremdartigkeit bildender Kunst in ihrer eigenen Rechtschaffenheit und Normalität bestätigt“ werden wollen, wie der Künstler einmal mutmaßte, sind bei seinen Arbeiten an der falschen Stelle. Sie werden genau damit konfrontiert.</p>
<p>Einige monographische Ausstellungen der letzten Jahre:</p>
<ul>
<li>„The Uncanny“, Tate Liverpool (2004)</li>
<li>Mike Kelley: Profondeurs Vertes, Louvre, Paris (2006)</li>
<li>Mike Kelley: Educational Complex Onwards: 1995-2008, WIELS Centre d’Art Contemporain, Brüssel, Belgien (2008)</li>
</ul>
<h2>Mike Kelley ist tot</h2>
<div id="attachment_1761" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1761" title="Mike Kelley (1954 - 2012)" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/02/Mike-Kelley-1954-2012-540x303.jpg" alt="" width="540" height="303" /><p class="wp-caption-text">Mike Kelley (1954 - 2012)</p></div>
<p>Mike Kelley zählte zu den wichtigsten amerikanischen Künstlern der Gegenwart. Er lebt nicht mehr. Gestern, Mittwoch, wurde er in seiner Wohnung in South Pasadena bei Los Angeles tot aufgefunden, so die Los Angeles Times in ihrer Online-Ausgabe. Seine Galeristin Helene Winter von Metro Pictures aus New York sagte gegenüber dem Onlinemagazin <a href="http://artinfo.com/news/story/758572/legendary-artist-mike-kelley-dead-at-58-an-apparent-suicide" class="broken_link">Artinfo</a>, Kelley sei depressiv gewesen und habe sich das Leben genommen. Er wurde 57 Jahre alt.</p>
<p><em>Dieser Text ist am 2. Feb. 2012 auf <a href="http://fm4.orf.at/stories/1694083/">fm4.orf.at</a> erschienen</em> <img class="size-thumbnail wp-image-13 alignright" title="FM4" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2009/02/FM4-Logo-150x150.gif" alt="" width="32" height="32" /></p>
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		<title>Twitter-Listen automatisieren</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 00:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man mit automatisierten Twitter-Listen den Überblick behalten kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Twitter-Listen automatisieren&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2012-01-18&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/twitter-listen-automatisieren/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Blog"></span>
<p>Twitter-Listen sind praktisch und sinnvoll, denn wer kann wirklich bei ein paar hundert Twitter-Accounts mitlesen ohne den Überblick zu verlieren? Mit Listen kann man Accounts nach Priorität, thematisch oder regional sortieren. Doch das ist mit ein bisschen Zeitaufwand verbunden. Arbeit, die einem schlaue Tools wie <a href="http://goo.gl/fNSzo">Formulists</a> abnehmen können.</p>
<h2>Twitter-Listen automatisch erstellen</h2>
<p><a href="http://goo.gl/fNSzo">Formulists</a> erstellt Listen nach gewissen Kriterien und hält die Twitter-Liste im Hintergrund auf dem aktuellen Stand. Man kann so etwa überprüfen, bei wem man in öffentlichen Listen auftaucht; Menschen auf Twitter finden, die sich mit ähnlichen Inhalten beschäftigen wie man selbst; die einflussreichen Accounts in seiner eigenen Follower-Liste ausfindig machen; Tweets nach Themen durchsuchen; eine Liste von Menschen erstellen, mit denen man sich am öftesten unterhält; oder die Viel-TwittererInnen in eine Liste packen.</p>
<p>Praktisch.</p>
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		<title>Heute gelernt: &#8220;abverändert&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 17:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Gibt's das Wörterbuch der Polizeischule eigentlich irgendwo zu kaufen?]]></description>
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<div id="attachment_1741" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1741  " title="polizeiverstaendigung" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/polizeiverstaendigung-540x360.jpg" alt="Strafzettel, Strafmandat, Verständigung" width="540" height="360" /><p class="wp-caption-text">Nein, es ist kein Strafzettel, der heute an die Windschutzscheibe geheftet war. Die Polizei wollte mich nur darüber verständigen, dass mein Fahrzeug &quot;abverändert&quot; wurde. Eine Abveränderung funktioniert so: Die Feuerwehr schiebt das Auto ein paar Meter nach vor, wegen einem &quot;Spontangebrechen&quot; (irgendwas mit Wasser). Dort wo das Auto stand, wird dann ein Loch gegraben. Ist übrigens kostenlos, die Abveränderung.</p></div>
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		<title>Best of Street-Art-Fotos 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 10:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Street Art]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 106 "most beloved" Street-Art-Fotos des Jahres 2006 von Streetartutopia]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Best of Street-Art-Fotos 2011&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2012-01-05&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/best-of-street-art-fotos-2011/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Blog"></span>
<p><a href="http://www.streetartutopia.com/?p=5982">Streetartutopia</a> hat die 106 &#8220;most beloved&#8221; Street Art Fotos des Jahres 2011 zusammengetragen. Die meisten kennt man, aber nicht in dieser Dichte. Hier ein kleiner Ausschnitt davon:</p>
<div id="attachment_1729" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1729" title="2-street_art_june_2_yarn_crochet" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/2-street_art_june_2_yarn_crochet-540x358.jpg" alt="" width="540" height="358" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150250623497700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;type=1&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a>. Mehr über <a href="http://www.streetartutopia.com/?p=3554" target="_blank">Yarn Bombing / Guerrilla Crochet</a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1730" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1730" title="3-street_art_graffiti_april_14_oakoak" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/3-street_art_graffiti_april_14_oakoak-540x348.jpg" alt="" width="540" height="348" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150152193872700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;type=1&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a>. Mehr von <a href="http://www.streetartutopia.com/?p=2314" target="_blank">Oakoak</a>.<p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1731" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1731" title="8-jan-street_art_9_love" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/8-jan-street_art_9_love-540x336.jpg" alt="" width="540" height="336" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150256711852700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;type=1&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1732" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1732" title="9-maj-street_art_1" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/9-maj-street_art_1-540x297.jpg" alt="" width="540" height="297" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150176011657700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;type=1&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a>.<p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1733" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1733" title="13-jan-street_art_5_lego" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/13-jan-street_art_5_lego-540x719.jpg" alt="" width="540" height="719" /><a href="http://www.streetartutopia.com/?p=1279">Mehr Infos und Fotos</a>.<p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1734" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1734" title="21-street_art_mars_33_roa" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/21-street_art_mars_33_roa-540x432.jpg" alt="" width="540" height="432" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150115759497700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a>. Mehr von <a href="http://www.streetartutopia.com/?p=2888">ROA</a>.<p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1735" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1735" title="majstreet_art_10_Isaac_Cordal" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/majstreet_art_10_Isaac_Cordal-540x361.jpg" alt="" width="540" height="361" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150188490837700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;type=1&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a>. Mehr von <a href="http://www.streetartutopia.com/?p=5215">Isaac Cordal</a>.<p class="wp-caption-text"> </p></div>
<div id="attachment_1736" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1736" title="street_art_feb_j_meetsebastian" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2012/01/street_art_feb_j_meetsebastian-540x720.jpg" alt="" width="540" height="720" /><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150095238552700&amp;set=a.311820137699.147776.310375597699&amp;ref=nf" target="_blank">Mehr Infos</a>.<p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p><a href="http://www.streetartutopia.com/?p=5982">Und hier sind alle 106.</a></p>
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		<title>Kritik der Kunstkritik</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 22:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Diedrich Diederichsen]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA["Es sollten nicht die Bedingungen, unter denen etwas entsteht betrachtet werden, sondern die Bedingungen, unter denen das entsteht, was einem nicht mehr auffällt. Das ist eigentlich die Aufgabe einer avancierten Kunstkritik."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Kritik der Kunstkritik&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2011-11-21&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/kritik-der-kunstkritik/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Blog"></span>
<blockquote><p>&#8220;Es sollten nicht die Bedingungen, unter denen etwas entsteht betrachtet werden, sondern die Bedingungen, unter denen das entsteht, was einem nicht mehr auffällt. Das ist eigentlich die Aufgabe einer avancierten Kunstkritik.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diedrich Diederichsen in einem kurzen <a href="http://globe-m.de/de/experts/kritik-der-kunstkritik">Interview</a> anlässlich der Verleihung des &#8220;<a href="http://www.artcriticsaward.com/">Art Critics Award</a> 2011&#8243; an Christian Höller in Wien.</p>
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		<title>Das Phänomen „Fakenger“</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 12:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Radiomomente]]></category>
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		<category><![CDATA[Fixed Gear Bicycle]]></category>
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		<category><![CDATA[Individualität]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey Kidder]]></category>
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		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Ö1]]></category>
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		<category><![CDATA[urbaner Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Die radikale Fahrweise der Fahrradbot_innen im großstädtischen Verkehrswahnsinnn, ihre Individualität und das Freiheitsversprechen ihrer Arbeit scheinen jede Menge Sehnsüchte unserer Jetztzeit zu bedienen. Denn wie sonst wäre es zu erklären, dass immer mehr Koperier_innen ihrer Kultur auf den Radwegen auftauchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Das Phänomen „Fakenger“&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2011-09-02&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/fakenger-messenger-fahradboten-und-kuriere/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Journalismus&amp;rft.subject=Radiomomente&amp;rft.subject=Texte"></span>
<p>Für Fahrradbot_innen ist die rasante Fortbewegung durch den urbanen Raum nicht nur Beruf, sondern längst zur Kultur geworden. In den Großstädten der USA wurden Fahrradkuriere in den 1990er Jahren zu Heroen des urbanen Dschungels stilisiert. Ihre radikale Fahrweise, ihr exzentrischer Lebensstil und ihr körperlicher Einsatz im großstädtischen Verkehrswahnsinn scheinen jede Menge Sehnsüchte der Gegenwart zu bedienen.</p>
<div id="attachment_1679" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-large wp-image-1679 " title="messenger_fakenger_fahrradbote" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2011/09/messenger_fakenger_fahrradbote-540x358.jpg" alt="Messenger Fakenger Fahrradbote Fahrradkurier" width="540" height="358" /><p class="wp-caption-text">Foto: Jesse Millan</p></div>
<p>Denn wie wäre es sonst zu erklären, dass immer mehr Menschen die Kultur der Fahrradkuriere kopieren. Die sogenannten „Fakengers“ haben in den letzten Jahren nicht nur Fahr- und Lebensstil der Kuriere liebgewonnen, vor allem das „Fixed Gear Bicycle“, kurz „Fixie“, erobert längst die Staßen der Städte.</p>
<p>Der US-amerikanische Soziologe Jeffrey Kidder beschäftigt sich auf einer wissenschaftlichen Ebene mit der Kultur der Kuriere. Ob bewusst oder unbewusst, so der Wissenschaftler, die Fahrradkuriere eignen sich spielerisch den öffentlichen Raum der Städte an, und würden so Kritik an der Verteilung und Ordnung von Raum üben.</p>
<p>Für den Soziologen bieten die Fahrradboten aber auch die Möglichkeit über gegenwärtige Erwerbsarbeit neu nachzudenken.</p>
<h2>Im Radio</h2>
<p><em>„Phänomen Fakenger“, der letzte Teil einer vierteiligen Radio-Serie über unkonventionelle Besetzungen des öffentlichen Raums. Am Samstag, 3. September ab 17:05 in Ö1 Diagonal Stellt Vor.</em><img class="alignright size-full wp-image-1132" title="Ö1 Logo" src="http://www.michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2010/07/oe1_logo.jpg" alt="" width="32" height="33" /></p>
<h2><em>Ö1 Diagonal zum Nachhören</em></h2>
<p><em>Die Sendung ist sieben Tage (bis 10. September) auf der Webseite von Ö1 <a href="http://oe1.orf.at/programm/282955">nachzuhören</a> und danach für Clubmitglieder als Download erhältlich.</em></p>
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		<title>Mobile Produktivität</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 09:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Förderband]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphone]]></category>
		<category><![CDATA[Wertschöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Smartphone von heute ist das Föderband von gestern]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.title=Mobile Produktivität&amp;rft.source=michaelschmid.at&amp;rft.date=2011-08-18&amp;rft.identifier=http://michaelschmid.at/mobile-produktivitat/&amp;rft.language=English&amp;rft.aulast=Schmid&amp;rft.aufirst=Michael&amp;rft.subject=Blog"></span>
<p>Smartphones hätten unsere Produktivität gesteigert, meinen manche. Sie hätten uns geholfen die rigiden Strukturen der Büros zu verlassen und unsere Arbeit „nebenbei“ und von überall aus zu erledigen. So als wäre es nicht Arbeit. Und seitdem Kommunikation die neue <a href="http://michaelschmid.at/paolo-virno-multitude-virtuositaet-exodus/">Königin der Produktivkräfte</a> ist, wurde das Smartphone so zum neuen Förderband eines kognitiven Kapitalismus.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-1669" title="mobile productivity infographic" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2011/08/mobile-productivity-infographic-540x4005.png" alt="" width="540" height="4005" /></p>
<p>Infografik: <a href="http://www.companionlink.com/">CompanionLink</a> via <a href="http://twitter.com/#!/Brienchen/status/104123182465826816">Bienchen</a>, <a href="http://www.bitrebels.com/technology/historic-timeline-of-mobile-productivity-infographic/">Bitrebels.com</a></p>
<h2>Smartphones und der Tod des Feierabends</h2>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-1674" title="smartphone_der_tod_des_feierabends" src="http://michaelschmid.at/wordpressneu/uploads/2011/08/smartphone_der_tod_des_feierabends-540x2797.png" alt="" width="540" height="2797" /></p>
<p>Infografik: <a href="http://blog.socialcast.com/e2sday-smartphones-and-the-new-mobile-workforce/">Socialcast</a> via <a href="http://t3n.de/news/smartphones-tod-feierabend-infografik-325321/">t3n</a></p>
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